BauByte oder manuelle Gerüstplanung? Der ehrliche Vergleich

Das Wichtigste in Kürze: Die manuelle Gerüstplanung kostet pro Angebot leicht drei bis vier Arbeitsstunden, von denen der größte Teil auf Anfahrt und Ortstermin entfällt. Beim Gerüstbau-Turbo reichen Adresse und Konfiguration, das Ergebnis kommt als VOB-Maßpositionen, 3D-Einrüstung und Felder-Liste und lässt sich als GAEB, Excel oder PDF ausgeben. Die Mengengenauigkeit liegt bei 97 bis 98 Prozent, was für Angebot, Materialkalkulation und Ausschreibung ausreicht. Für Verankerungssituation, Aufstellflächen und Sonderkonstruktionen bleibt der Blick vor Ort trotzdem notwendig. In der Praxis gewinnt deshalb selten das eine oder andere, sondern die Kombination: digital vorkalkulieren, vor Ort nur noch verifizieren.
So läuft die manuelle Gerüstplanung heute
Eine Anfrage kommt rein. Was danach passiert, kennt jeder Betrieb:
- Termin mit dem Kunden abstimmen, oft mit zwei bis drei Anläufen
- Hinfahren, meist 30 bis 60 Minuten pro Strecke
- Vor Ort messen: Zollstock, Laserentfernungsmesser, Fotos, Skizze auf dem Block
- Zurück ins Büro, Skizze entziffern, Maße in Excel oder die Branchensoftware übertragen
- Massen nach DIN 18451 ermitteln, Ergänzungen aufschlüsseln, Felder abzählen
- Angebot schreiben, Preise ansetzen, PDF verschicken
Das funktioniert. Es hat nur eine Eigenschaft, die im Alltag weh tut: Es dauert, und zwar in voller Länge auch dann, wenn am Ende kein Auftrag herauskommt.
Was ein Angebot tatsächlich kostet
Eine Beispielrechnung mit realistischen Werten. Setzen Sie Ihre eigenen ein, das Ergebnis bleibt in der Größenordnung.
| Position | Aufwand |
|---|---|
| Terminabstimmung | 0,25 h |
| Anfahrt hin und zurück | 1,5 h |
| Aufmaß vor Ort | 0,75 h |
| Übertragung und Massenermittlung | 1,0 h |
| Angebot erstellen | 0,5 h |
| Summe | 4,0 h |
Bei einem kalkulatorischen Stundensatz von 65 Euro für Meister oder Bauleiter plus rund 30 Euro Fahrtkosten sind das etwa 290 Euro pro Angebot. Bei 20 Angeboten im Monat entstehen so rund 5.800 Euro Kalkulationsaufwand.
Der entscheidende Punkt kommt jetzt: Bei einer Zuschlagsquote von 30 Prozent entfallen rund 4.000 Euro monatlich auf Angebote, die nie zu einem Auftrag werden. Dieser Betrag steht in keiner Kalkulation, wird aber jeden Monat bezahlt.
So läuft die Planung mit BauByte
Der Gerüstbau-Turbo kehrt die Reihenfolge um. Statt erst hinzufahren und dann zu rechnen, wird zuerst gerechnet:
- Adresse eingeben. Das 3D-Gebäudemodell wird automatisch geladen. Die Datenbasis deckt Gebäude- und Grundrissdaten für ganz Deutschland ab, für viele Gebiete stehen zusätzlich Laserdaten bereit, etwa um Dachüberstände exakt zu berechnen.
- Fassaden auswählen. Nord, Süd, Ost, West oder nur die Seiten, die eingerüstet werden.
- Gerüst konfigurieren. Gerüstsystem, Höhe, Ergänzungen.
- Angebot überprüfen. VOB-Maßpositionen, 3D-Einrüstung und benötigte Felder liegen vor.
- Ausgeben als GAEB, Excel oder PDF.
Der Zeitbedarf liegt bei wenigen Minuten. Rechnet man Prüfung und Preisansatz großzügig dazu, landet man bei etwa einer halben Stunde statt vier. Der Ortstermin entfällt in der Vorkalkulationsphase komplett.
Der direkte Vergleich
| Kriterium | Manuell | BauByte Gerüstbau-Turbo |
|---|---|---|
| Zeit bis zum Angebot | 3 bis 4 Stunden | Minuten bis rund eine halbe Stunde |
| Vor-Ort-Termin nötig | ja, immer | für die Kalkulation nein |
| Abhängigkeit vom Kundentermin | hoch | keine |
| Massenermittlung | manuell nach DIN 18451 | VOB-Maßpositionen automatisch |
| Genauigkeit | abhängig von Sorgfalt und Zugänglichkeit | 97 bis 98 Prozent, mit Referenzmaß höher |
| Ausgabeformate | was die eigene Software kann | GAEB, Excel, PDF |
| Visualisierung für den Kunden | Skizze oder nichts | 3D-Einrüstung |
| Nachvollziehbarkeit | Blockskizze im Ordner | dokumentiertes Modell |
| Kosten pro Angebot | rund 290 Euro Eigenleistung | Toolkosten plus geringe Eigenleistung |
Die interessanteste Zeile ist die letzte. Wer die Kalkulationszeit um mehr als 80 Prozent senkt, kann entweder deutlich mehr Angebote schreiben oder dieselbe Zahl mit deutlich weniger Aufwand. Beides wirkt direkt auf das Ergebnis: Mehr Angebote bedeuten mehr Chancen auf Aufträge, weniger Aufwand bedeutet niedrigere Kosten je Angebot.
Der zweite Effekt: Geschwindigkeit gewinnt Aufträge
Ein Aspekt, der in der Zeitrechnung untergeht: Wer zuerst ein sauberes Angebot liefert, bekommt häufiger den Zuschlag. Bei privaten Auftraggebern und WEG-Verwaltungen entscheidet oft schlicht, wer sich zuerst gemeldet hat und wer nachvollziehbare Zahlen statt einer Pauschale liefert.
Eine 3D-Einrüstung im Angebot leistet dabei mehr, als sie kostet. Der Kunde sieht, was er kauft, und Rückfragen zu Umfang und Preis nehmen ab.
Wo die manuelle Planung überlegen bleibt
Ein Vergleich, der nur eine Seite gewinnen lässt, ist kein Vergleich. Diese Punkte lassen sich nicht aus einem Gebäudemodell ableiten:
- Verankerungssituation. Fassadenaufbau, vorhandenes WDVS, Altbausubstanz, Denkmalschutz. Das ist der häufigste Nachtragsgrund im Gerüstbau überhaupt und braucht einen Blick auf die Wand.
- Untergrund und Aufstellflächen. Tiefgaragendecke, Lichtschacht, Kellerabgang, weicher Boden, Gefälle.
- Zugänglichkeit und Logistik. Wo steht der LKW, wo lagert das Material, wie kommt man in den Hinterhof?
- Hindernisse im Detail. Vordächer, Klimageräte, Satellitenschüsseln, Freileitungen, Bäume.
- Sonderkonstruktionen. Überbrückungen, Lastumleitungen, Raum- und Traggerüste, Industrieanlagen, Innenraumgerüste.
- Bestand mit ungewöhnlicher Geometrie. Historische Fassaden mit starken Vor- und Rücksprüngen.
Dazu kommt der rechtlich unverzichtbare Teil: Aufbau, Prüfung, Kennzeichnung und Freigabe nach DGUV Information 201-011 passieren immer vor Ort. Daran ändert kein Planungstool etwas.
Demo für Gerüstbau-Turbo vereinbaren
Lerne BauByte in einer kurzen Live-Demo kennen – wir schalten dir anschließend einen Testzugang frei.
Demo-Termin buchenUnd die Abrechnung?
Hier ist Präzision wichtig, weil zwei Dinge oft vermischt werden.
Für Angebot, Materialkalkulation und Ausschreibung ist eine Mengengenauigkeit von 97 bis 98 Prozent mehr als ausreichend. Sie liegt in der Größenordnung dessen, was ein sorgfältiges Handaufmaß auf einer schwer zugänglichen Fassade erreicht, und ist konsistenter, weil die Übermessungsregeln jedes Mal gleich angewendet werden.
Für die Schlussabrechnung gilt weiterhin das, was VOB/B und VOB/C vorgeben. Maßgeblich ist die tatsächlich erbrachte Leistung nach der Außenmaß-Regel der DIN 18451, und bei allem, was der Baufortschritt verdeckt oder der Gerüstabbau entfernt, führt kein Weg an einem gemeinsamen Aufmaß nach § 14 Abs. 2 VOB/B vorbei. Ein digitales Modell ersetzt diesen Termin nicht, aber es liefert eine belastbare Vergleichsgrundlage, wenn der Auftraggeber die Massen später bestreitet.
Wer die Grundlagen dazu nachlesen will: Die Außenmaß-Regel nach DIN 18451 erklärt, welche Maße seit 2023 zählen, und die sieben häufigsten Aufmaßfehler zeigen, was manuelle Ermittlung typischerweise kostet.
Der realistische Weg: nicht entweder oder
In den Betrieben, die beides einsetzen, hat sich ein Muster herausgebildet:
Digital in der Vorkalkulation. Jede Anfrage wird zuerst über die Adresse gerechnet. Das Angebot geht am selben Tag raus. Kosten: Minuten statt Stunden.
Vor Ort erst nach Interesse. Der Ortstermin findet statt, wenn der Kunde ernsthaft interessiert ist oder der Auftrag steht. Dann geht es nicht mehr ums Messen, sondern um Verankerung, Aufstellflächen und Logistik. Das dauert 20 Minuten statt einer Stunde, weil die Maße bereits vorliegen.
Manuell bei Sonderfällen. Industrieanlagen, Traggerüste, komplexe Bestandsobjekte bleiben Handarbeit.
Der Gewinn liegt nicht darin, den Ortstermin abzuschaffen, sondern darin, ihn nur noch für die 30 Prozent der Anfragen zu machen, aus denen tatsächlich Aufträge werden.
Für wen lohnt sich der Umstieg?
Der Umstieg lohnt sich klar, wenn Sie mehr als etwa zehn Angebote im Monat schreiben, wenn Ihre Objekte überwiegend Wohn- und Geschäftsgebäude im Bestand sind, wenn Ihr Einzugsgebiet groß ist und Anfahrten ins Gewicht fallen, oder wenn Anfragen liegen bleiben, weil für die Kalkulation gerade keine Zeit ist.
Er lohnt sich eher nicht, wenn Sie überwiegend Neubauten einrüsten, wenn Sie fast ausschließlich Industrie-, Trag- oder Sondergerüste bauen oder wenn Sie wenige, dafür sehr große Projekte über lange Zeiträume betreuen.
Ein Test lohnt sich, wenn Sie zwar wenige Angebote schreiben, aber regelmäßig Aufträge verlieren, weil Wettbewerber schneller antworten.
Häufige Fragen
Ersetzt das Tool die Branchensoftware? Nein. Es liefert die Mengen und das Angebot. Über die GAEB-Schnittstelle laufen die Positionen in die vorhandene Software weiter.
Was, wenn das Gebäudemodell veraltet ist? Anbauten und Aufstockungen der letzten Zeit können fehlen. Deshalb gehört die Sichtprüfung des Modells zum Ablauf, und deshalb bleibt der Ortstermin vor Ausführung sinnvoll.
Wie steht es um die Genauigkeit im Vergleich zu Drohne oder Laserscan? Das hängt vom Zweck ab. Für die Vorkalkulation reicht die Modellgenauigkeit, für millimetergenaue Bestandsaufnahme nicht. Den Vergleich der Verfahren haben wir in KI-Aufmaß, Drohne oder Laser aufgeschlüsselt.
Ist das Ergebnis VOB-konform? Die Ausgabe erfolgt als VOB-Maßpositionen nach den Abrechnungsregeln der DIN 18451. Für die Abrechnung der ausgeführten Leistung gilt weiterhin das tatsächliche Aufmaß.
Was kostet es? Die Preisstruktur richtet sich nach monatlicher Fläche und Auftragsstruktur und wird im Demo-Termin besprochen.
Fazit
Die ehrliche Antwort lautet nicht „digital schlägt manuell", sondern: Der Ortstermin ist für die Kalkulation zu teuer und für die Ausführung unverzichtbar.
Solange beides im selben Termin passiert, zahlen Betriebe für jede verlorene Anfrage denselben Preis wie für jeden gewonnenen Auftrag. Wer die Vorkalkulation von der Ausführungsplanung trennt, spart den größeren Teil dieses Aufwands, antwortet schneller als der Wettbewerb und behält den fachlichen Blick genau dort, wo er wirklich gebraucht wird: an der Verankerung, am Untergrund und an der Freigabe.
Wenn Sie sehen wollen, wie ein fertiges Ergebnis aussieht, gibt es auf der Produktseite des Gerüstbau-Turbo eine Beispielplanung mit VOB-Maßpositionen, 3D-Einrüstung und Felder-Liste zum Herunterladen.
Aufmaß ohne Aufwand – jetzt selbst ausprobieren.
Adresse eingeben, Fotos hochladen, Mengen exportieren. In wenigen Minuten vom Foto zum fertigen Aufmaß.
Quellen und Stand:
- Produktangaben BauByte Gerüstbau-Turbo: Ablauf in fünf Schritten, Ausgabe als GAEB, Excel und PDF, Mengengenauigkeit 97 bis 98 Prozent, deutschlandweite Gebäude- und Grundrissdaten
- VOB/C ATV DIN 18451 „Gerüstarbeiten", Ausgabe 2023-09, Abschnitt 5, Ermittlung der Leistung nach Außenmaß
- VOB/B § 14 Abs. 1 und 2, prüfbare Abrechnung und gemeinsame Feststellungen
- DGUV Information 201-011, Prüfung, Kennzeichnung und Freigabe von Gerüsten
Hinweis: Die Beispielrechnung dient der Veranschaulichung. Stundensätze, Fahrtkosten und Zuschlagsquoten unterscheiden sich je nach Betrieb erheblich, setzen Sie für eine belastbare Einschätzung Ihre eigenen Werte ein.
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